Konzept
Sites of Silence
Das Projekt besteht aus zwei Bildern, die zwei Sehnsuchtsorte von Eskapismus verkörpern – als innere und äußere Gegenräume zur Erfahrung von urbaner Reizüberflutung und Überlastung.
Ausgangspunkt ist die Wahrnehmung einer Welt, die permanent überladen ist mit diversen Reizen, sei es visuell, aber auch akustisch, haptisch. In diesem Kontext wird Stille zu etwas, das aktiv gesucht werden muss, für das man sich aktiv entscheiden muss.
Die beiden Arbeiten verstehen Stille als einen Zustand, der an bestimmten Orten besonders erfahrbar wird: im Gebirge und Unterwasser.
Beide Orte stehen dabei nicht für eine klassische Landschaftsdarstellung, sondern für eine Sehnsucht nach Ruhe, Entlastung, Rückzug und innerer Regulation.
Werk 1: Drei Zinnen - Auftauchen
Das erste Bild basiert auf der Formation der Drei Zinnen. Es wird in einer reduzierten, puristischen Bildsprache umgesetzt, in Weiß- und Goldtönen, wo die Form des Gebirges selbst als Kunstwerk übersetzt wird. Gleichzeitig reduzieren sich so die visuellen Reize und die tatsächlich erlebte Stille der Berge wird zur Wirksprache des Bildes.
Der Berg steht hier für etwas Festes, etwas das bleibt. Eine Form von Stabilität in einer (urbanen, mailändischen) Welt, die sich permanent bewegt und überlagert.
Der Blick wird in eine Ferne geführt, die zumindest innerlich vom Betrachter des Bildes auch von der Stadt aus erreicht werden kann.
Werk 2: Unterwasser - Eintauchen
Das zweite Bild bewegt sich in Richtung Wasser beziehungsweise Unterwasserraum. Hier wird Stille in einem anderen Medium erfahrbar. Gleichzeitig erschließt sich eine neue Welt, die sogleich faszinierend wie weitläufig und nicht greifbar ist.
Der Moment unter Wasser wird als Zustand beschrieben, in dem Geräusche gedämpft werden und die körperliche Wahrnehmung sich verändert. Alles wird leicht, leise, weich und verschwommen.
Während der Berg für das Feste und Hart steht, steht das Wasser für das Fließende, Weiche. Beide Räume sind jedoch durch Stille verbunden. Ein weiterer Sehnsuchtsort des von Lärm und Hektik geplagten Stadtmenschen, der das Meer bzw. Die Stille des Wassers sucht und in diesem Bild auch mit trockenen Füßen findet.
Konzeptuelle Verbindung
Die beiden Arbeiten stehen in einem Spannungsfeld zwischen Eskapismus und Gegenwärtigkeit.
Sie verkörpern die Sehnsucht, sich von der Stadt zu entfernen, ohne sie physisch zu verlassen. Der Blick wird von der urbanen Überreizung nach außen gelenkt – in Gegenden, die Stille als Qualitätsmerkmal anbieten und die nicht selten alleine deshalb als Urlaubsziel anvisiert werden.
Stille erscheint dabei als etwas Fundamentales, Charakteristisches, die in unterschiedlichen Formen erscheinen und verschiedene Aggregatzuständen annehmen kann:
• im Berg als Stabilität, Festigkeit, und Klarheit – greifbar
• im Wasser als flüssige, verschwommene, teils durchsichtige aber auch undurchsichtige Welt - nicht greifbar
Beide Orte sind dabei Projektionsflächen für eine tiefere Sehnsucht nach Entlastung, Leichtigkeit, Klarheit, Reinheit – sei es durch das Wasser oder durch die reine Luft in der Höhe – und Ruhe.